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KI für CODESYS
CODESYS

KI für CODESYS

Structured Text · IEC 61131-3 · PLCopenXML · Projektkontext · Lokal oder Cloud · und mehr
Was KI im CODESYS-Projekt heute wirklich leistet: ST lesen, erklären, generieren und prüfen, welche Werkzeuge es dafür gibt und wo die Grenzen liegen.

So arbeitest du mit KI am CODESYS-Projekt

01

Kontext geben

Die KI muss die Objekte des Projekts kennen: Bausteine, Deklarationen, Datentypen, deine Namenskonvention. Ohne Kontext erfindet sie Bezeichner.
02

Vorschlag prüfen

Generierter ST-Code ist ein Vorschlag. Du liest ihn Zeile für Zeile, ziehst ihn auf deinen Hausstandard und entscheidest, was übernommen wird.
03

Nachweis erbringen

Kompilieren in CODESYS, Verhalten prüfen, Testfälle rechnen lassen. Erst danach geht Code auf eine Anlage.

KI für CODESYS: Werkzeuge, Praxis, Grenzen

KI für CODESYS heisst 2026 konkret: Ein Sprachmodell liest, schreibt, konvertiert und erklärt Structured Text nach IEC 61131-3, und ein Werkzeug rund um das Modell sorgt dafür, dass der Vorschlag zum Projekt passt und geprüft in die Steuerung kommt. Die Werkzeuge kommen aus vier Richtungen. CODESYS selbst bietet laut CODESYS-Dokumentation KI-gestütztes Engineering in der eigenen Entwicklungsumgebung und einen MCP-Server für das CODESYS Development System, über den externe KI-Clients mit dem Projekt arbeiten. Daneben stehen Chat- und Web-Werkzeuge wie PLC Assist (KI-Chat neben der IDE, unter anderem für CODESYS) und SCLcode (Web-Generator, unter anderem für CODESYS). Allgemeine Chatbots wie ChatGPT, Claude oder Gemini beantworten ST-Fragen frei, aber ohne jeden Projektbezug. Und Engineering-IDEs wie AnyAutomation Studio öffnen das CODESYS-Projekt und geben dem KI-Chat den Kontext daraus. Diese Seite ordnet die vier Wege ein. Den herstellerneutralen Überblick über alle Werkzeuge findest du im Vergleich der KI-Tools für die SPS-Programmierung.

Was KI mit Structured Text in CODESYS leisten kann

Sprachmodelle sind Textmodelle, und Structured Text ist Text. Deshalb ist ST die Sprache, in der KI in der CODESYS-Welt am zuverlässigsten arbeitet. Fünf Aufgaben, bei denen sie in der Praxis Zeit spart:

  1. Verstehen und dokumentieren. Die KI liest einen fremden POU, erklärt die Logik, benennt Zustände und Verriegelungen und schreibt die Dokumentation dazu. Für Bestandsanlagen ist das der häufigste und risikoärmste Einstieg, weil nichts geschrieben wird.
  2. Generieren. Aus einer Beschreibung („Funktionsbaustein für ein Förderband mit Start, Stopp, Selbsthaltung und Überlast-Verriegelung") entsteht ein Baustein in ST. Brauchbar wird das Ergebnis erst, wenn die KI die echten Bezeichner und Datentypen des Projekts kennt.
  3. Konvertieren und portieren. Code zwischen Namenskonventionen umziehen, eine Logik aus einer anderen Steuerungswelt als ST nachbauen, eine Zustandsmaschine aus Pseudocode ableiten. Musteraufgaben, bei denen Modelle schnell sind.
  4. Refactoren. Magic Numbers durch Konstanten ersetzen, Schnittstellen aufräumen, Kommentare nachziehen, eine gewachsene Schrittkette sauber strukturieren.
  5. Testfälle entwerfen und Fehler eingrenzen. Die KI schlägt Testfälle zu einem Baustein vor, erklärt eine Fehlermeldung des Compilers oder grenzt ein beobachtetes Verhalten ein, wenn du ihr die nötigen Informationen gibst.

Was in dieser Liste fehlt, fehlt mit Absicht: sicherheitsgerichtete Logik, Hardware- und Buskonfiguration ohne Prüfung und alles, was Annahmen über Zykluszeit und Peripherie erfordert. Dazu weiter unten mehr.

Was CODESYS selbst anbietet

Die CODESYS Group hat den Herstellerweg besetzt. Laut CODESYS-Dokumentation gehören dazu drei Bausteine:

  • KI-gestütztes Engineering in der IDE. Assistenzfunktionen direkt im CODESYS Development System, die beim Schreiben und Verstehen von IEC-61131-3-Code helfen.
  • Der MCP-Server für das CODESYS Development System. Er stellt das Projekt über das Model Context Protocol bereit, sodass externe KI-Clients damit arbeiten können. Der Vorteil: Die Modellwahl liegt bei dir, weil der Client die KI mitbringt. Der Preis: Installation, Absicherung und die Gates rund um den generierten Code sind Sache des Anwenders.
  • Der CODESYS Test Manager. Das Testwerkzeug des Herstellers für automatisierte Tests im CODESYS-Umfeld, als eigenes Produkt neben der IDE.

Diese Angaben stammen aus öffentlichen CODESYS-Quellen und Produktbeschreibungen; massgeblich ist der Hersteller. Stimmt etwas nicht mehr, schreib an support@anyautomation.ch, wir korrigieren.

Was AnyAutomation Studio heute mit CODESYS macht

AnyAutomation Studio ist eine Engineering-IDE für Windows, die neben TIA Portal V15-V21 auch CODESYS anbindet. Der CODESYS-Teil ist bewusst lesend gebaut und macht heute Folgendes:

  • CODESYS-3.5-Projekte öffnen. Studio verbindet sich mit deiner eigenen, lokal installierten CODESYS-Entwicklungsumgebung auf demselben Rechner. Ohne lokale CODESYS-Installation gibt es keine CODESYS-Ansicht, der Rest von Studio läuft normal weiter.
  • Die Objekte als Baum zeigen. Applikationen, Geräte, Ordner und Programmbausteine erscheinen in derselben Verschachtelung wie in CODESYS, mit Filter und Mehrfachauswahl.
  • Den Code eines Bausteins öffnen. Ein Klick auf einen POU öffnet seinen Structured-Text-Code im Editor, mit Syntaxhervorhebung, Deklaration und Implementierung zusammen, zum Ansehen.
  • Als PLCopenXML exportieren. Studio schreibt eine PLCopenXML-Datei pro Objekt in deinen Exportordner, also das offene, herstellerneutrale Austauschformat für IEC-61131-3-Code. Damit kannst du Bausteine archivieren, vergleichen oder in ein anderes Werkzeug übernehmen.
  • Der KI-Chat arbeitet mit diesem Kontext. Die KI prüft den Verbindungsstatus, listet die Objekte des geöffneten Projekts auf, liest den Structured-Text-Code eines Bausteins, um ihn zu erklären oder deine Fragen dazu zu beantworten, und öffnet ihn auf Wunsch im Editor. Für ausführliche ST-Arbeit reicht sie die Aufgabe an einen eigenen CODESYS-Fachassistenten weiter, der auf IEC 61131-3 und den CODESYS-Stil ausgerichtet ist statt auf Siemens.

Ebenso klar ist, was Studio im CODESYS-Teil heute nicht tut: Es schreibt keinen Code in einen CODESYS-Baustein zurück, es kompiliert nicht, es lädt nicht auf eine Steuerung und es führt keine CODESYS-Unit-Tests aus. Einen Baustein zu bearbeiten und die Änderung nach CODESYS zurückzuschreiben, ist für eine spätere Version geplant. Die CODESYS-Unterstützung ist ab dem Pro-Plan verfügbar; in der Testphase und im Basic-Plan erscheint stattdessen ein Upgrade-Hinweis.

Cloud oder lokal: wohin darf dein CODESYS-Code

In vielen Unternehmen entscheidet diese Frage über den Einsatz überhaupt. Drei Antworten sind möglich. Cloud mit eigenem Vertrag: Du nutzt Claude, GPT oder Gemini über deinen eigenen API-Schlüssel oder ein Enterprise-Angebot wie Azure OpenAI, Vertex AI oder AWS Bedrock; die Daten laufen unter deinen Bedingungen zum Anbieter. Herstellercloud: Bei Assistenten, die der Steuerungshersteller betreibt, läuft die Anfrage über dessen Infrastruktur. Lokal: Ein Modell über Ollama, LM Studio, vLLM oder SGLang auf eigener Hardware, die Inferenz verlässt den Rechner nicht. Für vertrauliche Anlagen, geschützte Bausteinbibliotheken und regulierte Branchen ist die lokale Option oft die einzige, die durch die Freigabe kommt. AnyAutomation Studio unterstützt alle drei Wege und leitet keine Anfrage über einen eigenen Server.

Grenzen

Ein Sprachmodell ersetzt keinen Automatisierer, und generierter ST gehört nicht ungeprüft auf eine Anlage. Vier Grenzen gelten unabhängig vom Werkzeug:

  • Erfundene Bausteine und Bibliotheksaufrufe. Modelle halluzinieren gelegentlich Funktionen, Parameter oder Bibliotheken, die es in deiner Installation nicht gibt. Ein Compile in CODESYS fängt das ab, ein Chatfenster nicht.
  • Timing und Hardware. Zykluszeit, Task-Konfiguration, Peripherie und Kommunikationsverhalten gehören von dir geprüft, nicht vom Modell geraten.
  • Sicherheitsgerichtete Logik. Safety bleibt Handarbeit mit Abnahme. Generieren ja, aber nur für Standardlogik.
  • Verantwortung. Die Freigabe trifft ein Mensch. Review und Test sind keine Kür, sondern der Teil, der den KI-Vorschlag erst brauchbar macht.

Wer KI im CODESYS-Projekt seriös einsetzt, behandelt sie wie einen schnellen Junior: viel Output, immer gegengelesen.

Häufige Fragen

Gibt es KI für CODESYS?

Ja, auf mehreren Wegen. CODESYS selbst bietet laut CODESYS-Dokumentation KI-gestütztes Engineering und einen MCP-Server für externe KI-Clients. Daneben gibt es Chat- und Web-Werkzeuge wie PLC Assist und SCLcode, allgemeine Chatbots ohne Projektbezug und Engineering-IDEs wie AnyAutomation Studio, die ein CODESYS-Projekt öffnen und den KI-Chat mit diesem Kontext versorgen.

Kann ChatGPT CODESYS-Code schreiben?

ChatGPT erklärt Structured Text gut und schreibt brauchbare Gerüste, kennt aber dein Projekt nicht. Bezeichner und Datentypen werden geraten, Bibliotheksaufrufe manchmal erfunden, und der Weg ins Projekt ist Copy-Paste. Als Lernhilfe und für kleine, isolierte Bausteine funktioniert das. Für Projektarbeit brauchst du ein Werkzeug, das die Objekte des Projekts kennt, und in jedem Fall ein Compile in CODESYS.

Was ist der CODESYS MCP Server?

Laut CODESYS-Dokumentation ein Server, der das CODESYS Development System über das Model Context Protocol für externe KI-Clients zugänglich macht. Damit kann ein Coding-Agent deiner Wahl mit dem Projekt arbeiten, statt dass du Code hin und her kopierst. Die Modellwahl bleibt frei, Installation, Absicherung und die Prüfschritte rund um den generierten Code liegen bei dir.

Unterstützt AnyAutomation Studio CODESYS?

Ja, ab dem Pro-Plan. Studio öffnet CODESYS-3.5-Projekte über deine lokale CODESYS-Installation auf demselben Rechner, zeigt die Objekte als Baum, öffnet den Code eines Bausteins zum Ansehen und exportiert Objekte als PLCopenXML. Der KI-Chat arbeitet mit diesem Kontext. Details stehen in der CODESYS-Dokumentation.

Kann die KI in CODESYS schreiben?

Nein. Der CODESYS-Teil von AnyAutomation Studio ist heute lesend: Objekte anzeigen, Code ansehen, als PLCopenXML exportieren. Weder du noch die KI schreiben aus Studio heraus Code in einen CODESYS-Baustein zurück, und kompiliert oder getestet wird ebenfalls nicht. Bearbeiten und Zurückschreiben ist für eine spätere Version geplant.

Was kostet KI für CODESYS?

Bei den Herstellerwerkzeugen richtet sich der Preis nach dem Angebot der CODESYS Group, Chat- und Web-Werkzeuge laufen als Monatsabo, Chatbots im Browser ab dem Gratis-Tarif. In AnyAutomation Studio ist der KI-Chat ab dem Basic-Plan enthalten (CHF 10 pro Monat oder CHF 110 pro Jahr), die CODESYS-Unterstützung ab Pro (CHF 30 pro Monat oder CHF 330 pro Jahr), Pro+ kostet CHF 50 pro Monat oder CHF 550 pro Jahr. Dazu kommt dein eigener API-Schlüssel beim Modellanbieter, oder ein lokales Modell ohne Schlüssel. 30 Tage kostenlos testen.

Funktioniert das auch mit TwinCAT?

Nein. TwinCAT ist die Engineering-Umgebung von Beckhoff mit eigenen Werkzeugen, darunter der herstellereigene TwinCAT Chat. AnyAutomation Studio bindet TIA Portal (V15-V21) und CODESYS 3.5 an, nicht TwinCAT. Structured Text nach IEC 61131-3 bleibt sprachlich natürlich ähnlich, die Werkzeugkette ist es nicht.

Welche Modelle kann ich nutzen?

In AnyAutomation Studio wählst du das Modell pro Aufgabe: Claude, GPT, Gemini und mehr als 20 weitere Cloud-Anbieter über deinen eigenen Schlüssel, oder ein lokales Modell über Ollama, LM Studio, vLLM und SGLang. Für komplexe Bausteine lohnt ein starkes Reasoning-Modell, für schnelle Fragen ein kleines, für vertrauliche Projekte das lokale. Keine Anfrage läuft über einen AnyAutomation-Server.

// Leitfaden

Was KI in der SPS-Programmierung wirklich kann

Sprachen, Kontext, Cloud oder lokal, Grenzen und der Weg vom Prompt in die Steuerung: der Leitfaden für Automatisierer.

// Structured Text · TIA Portal · CODESYS

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