MCP und TIA Portal: KI mit Werkzeugzugriff
Ein Chat-Fenster allein macht noch keinen KI-Assistenten fürs Engineering. Interessant wird es, wenn das Modell Werkzeuge aufrufen darf: Projektbaum lesen, Baustein-Quellcode holen, SCL generieren und importieren, kompilieren. Der offene Standard dafür heißt Model Context Protocol (MCP).
Was MCP ist
MCP verbindet einen KI-Assistenten (den Client) mit Servern, die Tools und Daten bereitstellen. Der Assistent sieht, welche Tools es gibt, ruft sie auf und bekommt die Ergebnisse als Kontext zurück. Statt Copy-Paste-Ping-Pong zwischen Chat und IDE entsteht ein geschlossener Kreis: Code generieren, importieren, Compilerfehler sehen, nachbessern.
Was das im TIA-Umfeld bedeutet
In der Community entstehen gerade MCP-Server, die TIA Openness für generische Assistenten öffnen. AnyAutomation Studio geht den umgekehrten Weg: Die IDE bringt den KI-Chat mit eingebauten TIA-Tools gleich mit (Projektbaum durchsuchen, Baustein-Quellen lesen, Objekte anlegen, importieren, exportieren) und ist zusätzlich MCP-Client. Du hängst externe Server dran (GitHub, Notion, Figma oder eigene interne Dienste), und deren Tools stehen im selben Chat neben den TIA-Tools. Details in der Doku.
Freigaben statt Blindflug
Werkzeugzugriff braucht Grenzen. Lesende Tools dürfen still laufen; alles, was das Projekt ändert, fragt vorher. In Studio hat jedes Tool eine Freigabestufe, und destruktive Aktionen warnen explizit. Und die letzte Grenze bleibt sowieso: Auf die SPS geht nichts ohne dich.
Datenschutz
MCP ändert nichts an der Modellfrage: Du entscheidest, welches LLM rechnet, inklusive lokaler Modelle. Bei vertraulichen Anlagen bleiben Projektdaten damit im Haus.
Fazit
MCP macht aus einem Chat-Assistenten ein Engineering-Werkzeug: mit Zugriff auf das echte Projekt, aber hinter Freigaben. Wer KI im TIA Portal ernsthaft nutzen will, braucht genau diese Verzahnung, nicht das nächste Chat-Fenster. Für Werkzeuge nach Hausstandard gibt es Custom Extensions.